Mit Schiff und Bike zu den Nationalparks in Dalmatien

Reisebericht von Reisejournalistin Simone Hügli

 

Dalmatien bietet mit seinen unberührten Nationalparks und geschichtsträchtigen Altstädten Natur- und Kulturgenuss - am besten zu entdecken per Schiff und Velo.  Diese Tour ist die perfekte Gelegenheit, abseits asphaltierter Strassen mit einer überschaubaren Anzahl an Kilometern und Höhenmetern ohne allzu grosse fahrtechnische Herausforderungen zu biken – die perfekte MTB Einsteigerreise, bei der es auch viel Gelegenheit gibt, die individuelle Fahrtechnik zu schulen.

Veloferien in Kroatien

Das kleine Auto, das uns vom Flughafen Split zum Hafen von Trogir bringt, ist zwar nicht als Taxi gekennzeichnet; dafür ist der Fahrer sehr freundlich, gibt unterwegs nützliche Tipps und verlangt einen viel zu niedrigen Preis - wie man später herausfindet, wenn man das Umrechnen von Euro in Kuna endlich begriffen hat.

Im Hafen erwartet die 16 reiselustigen Bike-Abenteurer aus Deutschland, Österreich, Italien, Kanada, Australien und der Schweiz die Princeza Diana – ein prächtiger 3-Mast-Motorsegler mit geräumigen Kabinen, edlem Salon, einer “Velo-Garage“ im Heck und einem mit Matratzen bestückten Sonnendeck, auf denen die erste Überfahrt nach Rogoznica sogleich in Relaxpose genossen wird.

Blick auf die kroatische Adria mit ihren vielen kleinen Inseln

 

Vielfältige Inseln und mittelalterliche Städte

Die Biketour am nächsten Tag hat es in sich: Über 50 km strampelt man über die „lange Insel“ (Dugi Otok) und zum Dessert dazu noch quer durch das kleine Eiland Molat und zurück. Auf asphaltierten, praktisch autofreien Strassen geniesst man die Stille und den Blick hinunter in die Buchten, zu den anderen Inseln oder gegen Südwesten hin aufs offene Meer. Man fährt an Feigenbäumen, Kiefern, Agaven, Zedern und Tamarisken vorbei, atmet die würzige, frische Luft, hört den Wind pfeifen und wähnt sich, abseits der Zivilisation, völlig frei – allerdings kann man sich beim Fotohalt kaum Träumereien hingeben, sondern muss gleich weiterspurten, um die vorausfahrende Gruppe einzuholen. Wem das Programm zu dicht ist (Frühstück ist jeweils um 8 Uhr!), der nimmt sich einfach mal einen halben Tag frei und verzichtet auf eine Velotour oder eine Stadtführung. Wobei Letztere durch die Altstädte von Zadar, Sibenik und Trogir sehr zu empfehlen sind, haben die Einflüsse der unterschiedlichen Eroberer doch interessante Spuren, vor allem in der Architektur, hinterlassen. Auch sprechen die Stadtführer tadellos Deutsch und Englisch. Zadar hat nebst des Hauptsitzes des berühmten Likör-Herstellers Maraska auch noch zwei andere Attraktionen zu bieten: ein solarbetriebenes, in den Boden eingelassenes Lichtspiel und an den Stufen der Uferpromenade Hohlräume, die je nach Wind und Meeresströmung Klänge erzeugen, die sogenannten „Meeresorgeln“.

Klippen von Dugi Otok

 

Paradiesische Kornaten und Salzsee Mir

Die erste gemütliche Radtour – 20 km zum „Aufwärmen“ – startet von Vodice und führt über eine Brücke zur Insel Murter, wo früher zahlreiche Esel gehalten wurden. Mit dem Schiff geht es weiter durch die unberührte, verkarstete, spärlich bewachsene Inselwelt des Kornaten-Nationalparks, der für sein kristallklares Wasser und die artenreiche Unterwasserwelt bekannt ist. Zum Übernachten legt das Schiff in der Bucht von Telascica an der südöstlichen Spitze der Insel Dugi Otok an. Im Naturpark befinden sich auch die imposanten hohen Klippen und der Mir-Salzsee (berühmt durch die Karl-May-Verfilmung „Der Schatz im Silbersee“), den unsere Reisegruppe vor dem reichhaltigen Abendessen per pedes umrundet.

berühmte Wasserfälle des Krka-Nationalparks

 

Naturphänomen – der Nationalpark Krka

Das schmucke Dörfchen Skradin, in dessen Bucht sich das Meerwasser mit dem Süsswasser des Krks-Flusses mischt – optimal für die Muschelzucht – ist auch beliebt bei Seglern und Yachties. Zudem bietet es vom Fort einen tollen Rundblick und ist Ausgangspunkt für Bootsausflüge zu den einzigartigen, naturbelassenen Wasserfällen des Krka-Nationalparks, auf dessen Holzstegen man in einer Stunde staunend das grüne Paradies erwandert. 

An der Mündung des Flusses Krka in die Adria liegt die rund 50 000 Einwohner zählende Stadt Sibenik, deren Altstadtgässchen und Kathedrale des Heiligen Jakob – das bedeutendste Renaissancebauwerk Dalmatiens – einen Besuch lohnen, ebenso natürlich wie der Abstecher in die Eisdiele.

Mit dem Velo durch das Hinterland

Die letzte Radtour führt von Primosten über 45 km durch das Hinterland über kleine Dörfer mit Ackerflächen und Rebbau und unberührte Hügellandschaft nach einer rasanten Abfahrt zum Ausgangspunkt Trogir zurück. Wer die 600 Höhenmeter lieber auf gemütliche Art zurücklegen möchte, hat sich für diese Etappe bereits im Voraus ein Elektrobike gesichert. Etwas wehmütig lässt man die Reise dann auf dem Schiff beim Captain’s Dinner ausklingen – und liebäugelt bereits mit der nächsten (Bike-)Tour durch dieses schöne Land, in dem Natur und Menschen noch Platz haben und Hektik ein Fremdwort ist.

Bike Adventure Tours bietet verschiedene Bikereisen mit Schiff durch Kroatien an: 

www.bike-adventure-tours.ch/radreisen/kroatien-istrien/

www.bike-adventure-tours.ch/radreisen/kroatien-kvarner-bucht/

www.bike-adventure-tours.ch/radreisen/kroatien-dalmatien/

E-Bike-Touren:

www.bike-adventure-tours.ch/radreisen/kroatien-kvarner-bucht-e-bike/

www.bike-adventure-tours.ch/radreisen/kroatien-nationalparks-dalmatiens-e-bike/

www.bike-adventure-tours.ch/radreisen/kroatien-dalmatien-e-bike/


Reisebericht-Autorin
: Simone Hügli, erschienen in der Glückspost im Mai 2015