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    Reisebericht Myanmar

Wundervolle Bike-Reise durch das Land des Lächelns

Reisebericht von Doris Edelmann

Schuld war Jan-Philipp Sendker mit seiner Burma-Serie. Beim Verschlingen der beiden Romane (Herzenhören und Herrenstimmen) wurde ich dermassen neugierig auf das geheimnisvolle und von Sendker geradezu brilliant umschriebene Land in Südostasien, dass ich fortan nach einem geeigneten Reisemodell recherchierte. Einmal mehr wurde ich schliesslich hier, auf der Website von Bike Adventure Tours, fündig. 

Was für eine herrlich üppige Landschaft in Myanmar, die sich uns hier präsentierte.


Am Anfang war die Verwirrung

Es gibt tatsächlich einiges, was einem in Bezug auf Myanmar zuerst einmal irritiert. Angefangen beim Landesnamen. Wenn ich hierzulande jemandem erzähle, dass ich in Myanmar war, ernte ich meistens ein mit hochgezogenen Mundwinkeln und Augenbrauen untermaltes, langgezogenes "Hää?". Wenn ich dann "Burma" hinterherliefere, können die meisten Leute mehr mit meiner Aussage anfangen. Weiter geht es mit der grössten Stadt des Landes: Rangun heisst heute Yangon. Rangun... äh ... Yangon war bis vor ein paar Jahren die Hauptstadt Burmas ... äh ... Myanmars. Es gäbe noch viele weitere Beispiele, über die man tollpatschigerweise stolpern könnte, würde man sich unvorbereitet und im Alleingang in das geheimnisvolle Myanmar stürzen. Aber als Teilnehmer einer Bike Adventure Tours Gruppenreise muss man ja nicht alles selbst wissen. Mit Karl Günthard und Myint Than (lokaler Tour-Guide) hatten wir definitiv zwei Jungs mit der Extraportion Authentizität und Organisationstalent an unserer Seite.

Pures Gold: Shwedagon Pagode in Yangon


Manchmal ist tatsächlich alles Gold, was glänzt

Myanmar wird auch als "das goldene Land" bezeichnet. Spätestens wenn man barfuss durch die achteckige Terrasse der Shwedagon Pagode schlurft, zweifelt man keine Sekunde mehr an dieser Aussage. Denn hier ist tatsächlich alles Gold, was glänzt - wow!

Am besten lässt man die energiegeladene Atmosphäre rund um die Shwedagon Pagode unvoreingenommen und mit allen Sinnen auf sich wirken. Zur Abendämmerung...

...dann, wenn das Licht am schönsten einwirkt und die goldene Kulisse geradezu märchenhaft erstrahlen lässt. 

...dann, wenn sich der Geruch von Räucherstäbchen mit dem munteren Quietschen der Fledermäuse und dem zarten Bimmeln der Glöcklein paart.

dann, wenn hunderte friedvoller Buddhisten sich versammeln, um im Schneidersitz am Boden sitzend ihre Mantras zu rezitieren.

Ja dann, genau dann!

Ich bin das Achteck zweimal gelaufen und ich hätte es locker noch zwei weitere Male laufen können. Der Abschied von der Shwedagon Pagode fiel mir etwas weniger schwer, als uns unsere Tour-Guides versicherten , dass wir auf unserer Reise noch ausreichend viele Pagoden und Buddha Figuren sehen würden. Sie sollten ja sowas von recht behalten!

Das Skylake Inle Resort - es gibt schlimmere Orte, um etwas Lebenszeit zu verbringen.

 

Die Aktiv Reise

Nach zwei Nächten in Yangon startete schliesslich der aktive Teil unserer Reise. Per Inlandflug ging es früh morgens von Yangon nach Heho auf knapp 1000 Metern. Direkt am Flugplatz in Heho warteten unsere Bikes auf uns. Hier wurden also als erstes die Ärmel hochgekrempelt, die mitgebrachten Sättel und Pedalen montiert, Bremsen und Federgabeln kontrolliert und dann ging es endlich los mit unserer Einrolltour und den ersten Bike-Kilometern in Myanmar. Erstes Etappenziel war der malerische Inle-See. Am Ufer des Sees wechselten wir unser Fortbewegungsmittel erneut und liessen uns bequem per Longtail-Boot zu unserer schicken Pfahlbau-Lodge mitten im See gondeln. Hach, hach...

Einbeinruderer auf dem Inle-See

 

Faszination Inle-See

Der Inle See ist bekannt für seine Einbein-Ruderer. Um beide Hände fürs Fischen frei zu haben, wickeln die gelenkigen Burmesen nämlich das Ruder einfach mal eben um ein Bein und bewegen sie so wieselflink auf dem See fort.

Einige Kolleginnen und Kollegen unserer Reisegruppe liessen es sich nicht nehmen und versuchten sich selbst als Einbein-Ruderer. Die Meisten scheiterten bereits daran, sich mit beiden Füssen auf der Bootsspitze einigermassen ruhig und aufrecht zu halten. Einzelne schafften es ein Bein dezent anzuheben. Das war's! Keiner schaffte es, das Ruder um das Bein zu schlingen und lockerflockig drauflos zu paddeln. Und so legten die Probanden den Fokus rasch auf einen möglichst eleganten Abgang vom Boot, um der Gruppe wenigstens eine coole Stunt-Show zu bieten. Schenkelklopf-Momente waren da garantiert. 

Den nächsten Tag verbrachten wir ausschliesslich auf dem Inle-See. Per Longtail-Boot wurden wir von einer Wow-Szenerie zur nächsten geschippert. So besuchten wir beispielsweise eine Lotus-Seiden-Weberei mitten auf dem See. Eine Burmesin demonstrierte uns, wie aus den bis zu zwei Meter langen Lotus-Stängeln Webfaden gewonnen wird, beeindruckend!

Die schwimmenden Gärten auf dem Inle-See werden mit Booten angelegt und bewirtschaftet.

 

Originell: die schwimmenden Gärten

Mich persönlich haben die schwimmenden Gärten auf dem Inle-See fasziniert. Auf einem Fundament aus Wasserhyazinthen werden hier Tomaten, Blumenkohl, Auberginen und Bohnen angebaut. Ein kulinarisches Muss ist übrigens der Tomatensalat nach Art der Shan. Mmmmhhhh...

Hier wird gerade die Spreu vom Weizen... äh... vom Reis getrennt.


Flower-Power

Einer der schönsten Bike-Tage erlebte ich persönlich als wir durch die üppige burmesische Flora radelten und der Duft von Blumen und Gemüse unseren zarten Nasen schmeichelte.

Frauen-Power

Absolut überrascht hat mich die Rolle der Frau in Myanmar. Viele handwerkliche und insbesondere körperlich anspruchsvolle Arbeiten werden nämlich hauptsächlich von Frauen ausgeübt. Wie zum Beispiel der Strassenbau oder die Produktion von Lehmsteinen. Aber auch ein Korb gefüllt mit ungefähr 30 - 40 Kilogramm schwerem nassen Sand wird locker auf den zierlichen Köpfen der Burmesinnen transportiert....

Unser Tour-Guide Myint Than vor der topmodernen Lehmstein-Trocknungsanlage.

 

Trekking-Tour mit Jööö-Erlebnis

Auf unserer Trekking-Tour ab Pindaya besuchten wir eine Grundschule in einem burmesischen Bergdorf. Schalk scheint hier ein Pflichtfach zu sein. Doch die anfängliche Zurückhaltung verflog als wir unser legendäres "Buurebüebli" zum Besten gaben.

On the road to Mandalay

Ein anspruchsvoller Bike-Tag erwartetet uns auf dem Weg nach Mandalay. Auf knapp 100 Kilometern galt es 1300 Höhenmeter zu bewältigen. Natürlich bestand die Möglichkeit, zumindest Teilstrecken im Begleitbus zurückzulegen. Aber man reist ja schliesslich nicht um die halbe Welt, um dann freiwillig in der zweiten Reihe Platz zu nehmen...

Die anfängliche Zurückhaltung verflog als wir unser legendäres "Buurebüebli" zum Besten gaben.

 

Bike-Seeing-Tour durch Mandalay

Die geheimnisvolle und oft besungene Stadt Mandalay erkundeten wir tags darauf auf einer Sightseeing-Tour per Bike. Unter anderem besuchten wir eine Marmor-Steinmetzerei. 

Einen weiteren Stopp legten wir am Ufer des Irrawaddy ein. Es ist wahnsinnig beeindruckend, mit wie wenig Besitztum sich die Burmesen hier arrangieren und ihr Leben auf primitivste Art und Weise meistern - stets mit einem Lächeln im Gesicht. Und hey! Dieses Lächeln steckt an - wer in Myanmar schlechte Laune hat, ist selber Schuld. Man hat tatsächlich niemals den Eindruck, dass die Menschen hier unzufrieden wären oder sich gar selbstbemitleiden würden. Grund dafür hätten sie - gemessen an unseren europäischen Massstäben - sicherlich genug, aber sie tun es nicht. Von dieser Lebenseinstellung dürfte sich manch ein Westlicher gerne eine fette Scheibe abschneiden...

Man ist nicht in Mandalay gewesen, wenn man nicht auf dem Mandalay Hill war. Ich weiss nicht wie viele Treppenstufen es genau sind, aber es sind einige hunderte. Vielleicht sogar tausende. Aus Ehrfurcht vor Buddha deponiert man seine Schuhe vor der ersten Stufe, die zu ihm, zu Buddha, hinaufführt und legt den kompletten Treppenmarsch somit barfuss zurück. Überall sonst auf der Welt hätte ich mir für einen solchen Kletter-Marsch vernünftiges Schuhwerk angeschnallt.

Bewundernswert wie weisse Wäsche unter diesen Umständen weiss bleibt...

 

Ein Tag auf dem Irrawaddy

Einen chilligen Tag verbrachten wir, als wir auf dem Irrawaddy River von Mandalay zur Pagoden-Hauptstadt Bagan tuckerten. Kurz nach dem Ablegen mussten wir allerdings nochmals für ein Stündchen an einer Sandbank ankern. Der Nebel war so dicht, dass man keine zehn Meter weit sehen konnte. Unsere Tour-Guides waren sichtlich perplex ob dieser ungewöhnlichen Wetterlage. Meine Theorie ist ja, dass die überaus gastfreundlichen Burmesen ihn, also den Nebel, extra für uns Aargauer organisiert hatten. Schliesslich sollten wir uns ja ein bisschen wie zu Hause fühlen...

Als sich der Nebel dann endgültig auflöste, genossen wir eine komplett neue Perspektive auf eine wunderschöne Landschaft.

Aufstieg auf den Mandalay Hill

 

Bagan: Hauptstadt der Pagoden und Tempel

Zum krönenden Abschluss führte uns unsere Reise nach Zentral-Myanmar und dort in die Pagoden-Hauptstadt Bagan. Karl und Myint Than, unsere Tour Guides, wussten eben schon, wovon sie sprachen. Damals. Am allerersten Abend. An der Shwedagon-Pagode. Ja, wir sahen noch viiiiieeeeele weitere Pagoden während unserer zweiwöchigen Reise. Bei einigen Gruppen-Mitgliedern trat der Zustand "overpagoded" bereits zu einem früheren Zeitpunkt ein. In Bagan waren aber so ziemlich alle infiziert.

Seemann lass das Träumen, denk nicht an Zuhaus...

 

Flippst du schon oder floppst du noch?

Wer Flip-Flops mag, wird sich in Myanmar rundum wohl fühlen. Die kultigen Sandalen sind nämlich sowas von superpraktisch in einem buddhistischen Land, in dem man (gefühlt) alle paar Meter vor einer Schuhverbotstafel steht. Alle tragen sie:

  • die Einbein-Ruderer auf dem Inle-See,
  • die Mönche beim Einsammeln ihrer Opfergaben,
  • die Mädels im Strassenbau,
  • die Busfahrer beim Manövrieren ihrer rechtsgesteuerten Vehikel auf der linken Fahrbahn,
  • die Rezeptionistin im 4-Sterne-Hotel,
  • einfach ALLE

Unser burmesischer Tour-Guide Myint Than absolvierte sogar die 6-stündige Trekking-Tour auf teilweise felsigem, glitschigen Terrain in Flip-Flops. Leckt's MYANMARsch!

Bike-Seeing-Tour durch die Pagoden-Landschaft von Bagan

 

Fazit

Ich kann Myanmar als einzigartige, entschleunigende Reisedestination jedem wärmsten ans Herz legen. Und das Bike Adventure Tours Reisemodell, das noch weitgehend unbekannte Land per Bike zu erkunden, definitiv auch.

P.s. Drüben auf meinem Blog findest du meinen vollständigen Reisebericht mit weiteren Impressionen aus dem wundervollen Myanmar.

Reiseinfos Burma/Myanmar: http://www.bike-adventure-tours.ch/radreisen/myanmar-burma/

Reisebericht-Autor: Reiseteilnehmerin Doris Edelmann

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Reisedaten

01.11.19 - 17.11.19
Reise garantiert
BUR-2/19 CHF 5890
abgeschlossen
15.11.19 - 01.12.19
BUR-2A/19 CHF 5890
ZUSATZREISE: buchbar, wenn BUR-2/19 ausgebucht ist
abgeschlossen
20.12.19 - 05.01.20
Reise garantiert
BUR-3/19 CHF 5980
buchbar bis 21.10.2019
freie Plätze
28.02.20 - 15.03.20
BUR-1/20 CHF 5290
freie Plätze
06.11.20 - 22.11.20
BUR-2/20 CHF 5750
freie Plätze
20.11.20 - 06.12.20
BUR-2A/20 CHF 5750
ZUSATZREISE: buchbar, wenn BUR-2/20 ausgebucht ist
freie Plätze
18.12.20 - 03.01.21
BUR-3/20 CHF 6290
freie Plätze

Individualreise

lokale deutsch- und englischsprachige Reiseleitung
bei 2 Personen ab CHF 5390
bei 4 Personen ab CHF 4690
bei 6 Personen ab CHF 3780
+ Flugpreis ab CHF 900
freie Plätze

Karte

bike-entdeckungsreise-karte-myanmar

Reiseinfo

Teilnehmerzahl:

  • 10–15 Personen
  • Individualreise ab 2 Personen

Anmeldeschluss:

  • 8 Wochen vor Abreise

Anforderungen und Strecke:

Wir fahren sowohl auf Asphalt- als auch auf Naturstrassen.     

Die Gesamtstrecke beträgt ca. 380 km mit ca. 3000 Hm und 3700 m down in 7 Bike-Etappen plus einer Wanderzeit von ca. 4.5 Stunden.

Beratung

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(+41) 044 761 37 65

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