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    Reisebericht Fahrrad Taiwan

Radfahren auf der Insel Taiwan

Reisebericht von Julia Lövenich

Es ist nicht immer ganz einfach, sich im chinesischen Schilderwald zurechtzufinden. Doch wer sucht, der findet. Vielleicht nicht auf Anhieb den korrekten Weg, aber sicherlich den Kontakt zu einer der hilfsbereitesten Nationen der Welt - den Taiwanern. 1200 Kilometer lang ist der Weg um die "Ilha Formosa". Diese Umrundung nimmt Julia Lövenich während zweier Wochen mit dem Fahrrad unter die Räder. Sie begegnet dabei Betelnussschönheiten, rücksichtsvollen Truckfahrern und bezwingt so manchen Höhenmeter.

Beladen mit Fahrradtaschen, bahne ich mir den Weg durch die Menschenmassen der Metro in Taipeh. In der Hauptstadt Taiwans soll meine Radtour starten. Der Fahrradvermieter Willey freut sich über eine deutsche Urlauberin, die um die Insel fahren möchte. Nach getanem Geschäft besteht er auf ein gemeinsames Foto und winkt mir freudig hinterher. Ich trete in die Pedale und radle zwei Wochen taiwanesischer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft entgegen. Zuerst erreiche ich den dicht befahrenen Highway entlang der Westküste. Die einzigen anderen Radler, die ich hier treffe, sind grosse Touristengruppen von Festlandchinesen, die in einheitlicher Radlermontur ihre Klappräder nun zur Mittagszeit vor einem der Strassenrestaurants parken und ihre Suppen schlürfen. Mein Erscheinen löst Interesse aus - vermutlich kommen hier nicht so viele Westler vorbei.

emsiges Treiben auf den Strassen Taipehs

 

Angefeuert wie ein Radprofi

Ein Lastwagen, mit Betelnüssen beladen, fährt hupend an mir vorbei. Der Beifahrer hält den Daumen hoch und grinst mich an. Eine alte Dame knetet Dumplings und sieht mich mühsam den Berg hochstrampeln. Sie unterbricht ihre Arbeit für einen kurzen Moment und winkt mir zu. An Motivation von aussen fehlt es auf der Strecke nicht. Wer mit dem Rad um Taiwan fährt, der fühlt sich ein bisschen so wie Lance Armstrong auf der Tour de France. Überall lächeln die Menschen und spornen einen an. Dabei bin ich nur eine normale Touristin, die Taiwan mit dem Rad erkundet, weit entfernt von irgendeinem Rekord oder einer Premiere.

Nach zwei Tagen entlang des belebten Highways sehne ich mich nach ein wenig Stille und Natur. Doch davon trennen mich noch viele Wege - immer wieder muss ich den richtigen Weg suchen und verirre mich auf kleinen Nebensträsschen. Und ganz akut habe ich einen dichtbefahrenen Tunnel direkt vor mir. Ich bin unschlüssig, ob ich mich mit dem Rad in den dunklen Gang hineintrauen soll. Glücklicherweise treffe ich genau hier auf ein Rennradfahrerpärchen. Sie sehen meine zögerliche Miene und sprechen mir Mut zu: "Tunnel no problem!". Zu dritt fahren wir hinein. Während die Autos an mir vorbeiflitzen, konzentriere ich mich darauf, das Pärchen vor mir im Blick zu behalten, bis wir am anderen Ende heil rauskommen.

"Du willst in die Berge? Auch das ist kein Problem." Li und Fang nehmen gern einen Umweg in Kauf und begleiten mich auf einer nicht nachvollziehbaren Route in die Berge. Mit meinem Gepäck muss ich kräftig in die Pedale treten, um das zügige Tempo der Rennradfahrer halten zu können. Die Landschaft wird immer provinzieller, die überfluteten Reisfelder spiegeln den Himmel und die ländlichen Gebäude. Nach zwei Stunden flotter Tour verabschieden sich Li und Fang an einer Kreuzung mit einem Wink zu den "Mountains over there" und wünschen mir viel Glück.

ein Arbeiter auf einem Reisfeld in Taiwan

 

Erdbeerstadt

An dicht bewachsenen Hügeln vorbei radle ich schliesslich in die Erdbeerstadt Dahu. Dort leuchten mir rote Bushaltestellen in Erdbeerform entgegen. Einen Erdbeershop und ein Museum zu der süssen Frucht gibt es ebenfalls. In einem 7-Eleven-Shop frage ich nach einer Unterkunft für die Nacht. Dazu falte ich meine Hände, lege den Kopf darauf und schliesse die Augen. Die Mienen der Mitarbeiter hellen sich auf. Ein junger Kerl unterbricht für mich sofort seine Arbeit und schwingt sich auf seinen Roller. Erst als ihm bewusst wird, dass ich mit dem Rad nicht so schnell vorwärtskomme, drosselt er sein Tempo. Schliesslich zeigt er auf ein schickes Hotel, wo ich in einem Spa meine müden Muskeln entspannen kann. Der Junge winkt mir fröhlich zu und verschwindet hinter den Erdbeerhügeln. Als ich das Rad in den Hof schiebe, schaut mich der Hotelwirt an wie eine Erscheinung. Mit dem Rad allein um Taiwan? "Unbelievable", findet er das. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass er mir für einen lächerlich geringen Preis die Honeymoon-Suite überlässt und anbietet, mein Rad im Wohnzimmer unterzustellen.

Als ich am nächsten Morgen weiterfahre, streckt mir eine Pflückerin eine Erdbeere entgegen. Mit ausladendem Hut und einem Tuch um Gesicht und Hals, ist sie gut vor der Sonne geschützt - helle Haut gilt hier als Schönheitsideal. Die Erdbeere schmeckt fantastisch, ich reibe mir anerkennend den Bauch. Sie scheint zufrieden und hält mir eine grosse Schachtel der süssen Früchte hin. Ich zeige bedauernd auf mein Gepäck - da ist kein Platz mehr für diese Schachtel. Sie lächelt verständnisvoll, hält den Daumen hoch und winkt mir hinterher.

Eigenwillige Tradition

Weniger süss, aber dafür ständig präsent, ist die Betelnuss. Sie dient als Aufputschmittel und sichert rund 200 000 Taiwanern Arbeit. Die Palmenfrucht wächst auf Plantagen in den Bergen. Von dort aus wird sie mit kleinen blauen Lastern in die entlegensten Winkel der Insel verteilt, und in Garagen und an Strassenrändern schneiden Arbeiter die Nüsse von den Rispen ab. Es ist eine lange Kette, bevor die Nuss zu dem berühmtesten Glied der Kette kommt: der Binlang Xishi - der Betelnussschönheit. Binlang Xishi sind Mädchen in knappem Outfit, welche die narkotisierenden Nüsse von einem Glashäuschen am Strassenrand aus an Truck- und Autofahrer verkaufen. Die Wirkung der Nuss soll um ein Mehrfaches stärker sein als Kaffee. Sie ist deswegen speziell bei den nachts arbeitenden Truckfahrern beliebt.

Die Binlang Xishi kennen sich meist sehr gut in der Gegend aus. Ich halte an, um nach dem Weg zu fragen. Als ich der jungen Frau in rotem Bikini erzähle, dass ich aus Europa komme und über Taiwan schreibe, ist sie ganz ausser sich. "I am so happy you came to my shop. You want coffee?" Ich setze mich auf eines der Plastikstühlchen, und Apple erzählt mir von ihrem Job als Betelnussverkäuferin. Unser Gespräch wird im Fünfminutentakt von Männern unterbrochen, die Betelnüsse kaufen möchten. Apple entschuldigt sich jeweils und tippelt auf 15 Zentimeter hohen Absätzen mit einem kleinen Tütchen nach draussen zu den Autofahrern. "Manchmal habe ich Angst", erzählt sie mir in gebrochenem Englisch, "wenn die Männer mich anfassen wollen. Aber ich mache das für meine Kinder, damit die auf eine bessere Schule gehen können." Als ich aufbreche, drückt sie mich herzlich und wiederholt, wie "happy" sie sei, dass ich sie besucht habe. Sie besteht darauf, mir eine Flasche Wasser und ein paar Dosen Mr.-Brown-Coffee mit auf den Weg zu geben.

Biker trotzen dem Schilderdschungel

 

Herausforderung Kommunikation

Radfahren macht hungrig. So halte ich ein paar Stunden später an einem Essensstand. Etwas auszuwählen, ist jedoch schwerer als gedacht. Die dampfenden Töpfe sind zugedeckt, und ich sehe nicht, was sich darin befindet. "Do you speak English?", frage ich, worauf die Verkäuferin lächelnd den Kopf schüttelt und mir treuherzig eine chinesische Karte hinstreckt. Ich verziehe das Gesicht. "Menu, English?", frage ich nochmals hoffnungsvoll und male unterstützend ein Viereck in die Luft. Sie zeigt wiederholt und geduldig auf das Stück Papier mit den chinesischen Zeichen. Kommunikationsproblem - eindeutig. Ich zeige auf einen der Töpfe. Sie hebt den Deckel und - na klar - lächelt. Ich kann die Zutaten der Suppen nicht identifizieren, also zeige ich auf gut Glück auf eine und lächle ebenfalls. Mit fliessenden Bewegungen schöpft sie die Suppe in eine Schale. Neugierig schaut sie mich an. "Taiwan?", fragt sie, macht eine Kreisbewegung mit der Hand und blickt auf mein Fahrrad. Ich nicke. Wenigstens dieses Kommunikationsmittel ist mir noch geblieben. "Ohhh", äussert sie sich bewundernd. "Ike?" Ich nicke nochmals, "ike". Das ist eines der wenigen chinesischen Wörter, die ich mittlerweile kenne. Es bedeutet allein. "Ohhhhh..." klingt es nochmals. Für viele Taiwaner ist es unverständlich, dass eine Frau oder überhaupt ein Mensch "ike" um die Insel radelt. Gleichzeitig sind sie sehr stolz, dass ein Westler ihr Land bereist, und unterstützen ihn hilfsbereit dabei, den richtigen Weg zu finden.

Gestärkt geht es weiter. Bald aber stehe ich, wie so oft, wieder vor einem chinesischen Schilderdschungel. Aus den ineinander verwobenen Strichen und Rechtecken werde ich nicht schlau. Ich halte eine Passantin an und sage ihr, dass ich nach Puli will. Die Frau sieht mich verständnislos an. Ich versuche noch ein paar andere Tonlagen und setze die Betonung pro beweise abwechselnd auf die Silbe "Pu" und "li". Ihre Augen werden immer grösser. Schliesslich halte ich ihr die zweisprachige Karte hin und zeige mit meinem Finger auf Puli. "Ahh, Puli!". Ihre Miene hellt sich auf. - Hatte ich das nicht gesagt? Die nette Frau zeigt mit dem Finger in die richtige Richtung.

Also weiter. In dem Gebirge bei Puli sehe ich kaum Menschen. Auch die Dichte an Betelnussverkäuferinnen nimmt ab. Dafür nimmt die Belastung meiner Beine zu. Die Berge vor Puli sind für mich als ungeübte Tourenfahrerin sehr hoch. Irgendwo vor mir röhrt ein Lastwagen langsam die Serpentinen hinauf. Dem Motorengeräusch nach zu urteilen, muss es steil sein. Ich blicke nach oben. Weit über mir kriecht der Laster. In solch bergigen Momenten muss ich immer an Beppo, den Strassenkehrer aus dem Film Momo denken. Seine Art, langwierige Aufgaben anzugehen, hat mich als Kind sehr beeindruckt. "Atemzug, Schritt, Besenstrich, und bevor du dich versiehst, bist du fertig mit der Strasse", pflegte er zu sagen. Nicht an den ganzen Berg denken, ermahne ich mich. Nächster Tritt in die Pedale, Atemzug, Tritt, Atemzug. Nach langen Stunden komme ich oben an und fühle mich richtig gut. Geschafft! Jetzt kommt der beste Teil: die rasante Abfahrt mit Blick auf den dichten Wald zu beiden Strassenseiten. Kein Mensch weit und breit. Nur ein Hund hört meinen Jubelschrei und bellt in die stille Bergwelt hinein.

Besuch eines taiwanesischen Tempels

 

Berg und Tal

Als ich am nächsten Tag von Puli aufbreche, treffe ich Sun. Sun ist 58 Jahre alt und radelt jeden Tag drei Stunden, um für seine Amerikaradtour zu trainieren. "Are you in a hurry?", fragt er mich, als ich mich bei ihm nach dem Weg zum Sun-Moon-Lake erkundige. Nein, ich bin nicht in Eile. Es ist ja noch ganz früh am Morgen. So fahren wir eine Weile zusammen. Der Taiwaner zeigt mir kleine Radwege, die ich mit meinen englischen Karten nie gefunden hätte. Bei einem chinesischen Tempel bekomme ich eine kurze Verhaltenslektion: Beim Hinausgehen bittet mich Sun, den rechten Ausgang zu nehmen, "da auf dieser Seite der Tiger nicht angreifen kann". "Die jungen Leute kennen das ja heute gar nicht mehr", fügt er hinzu. In seiner Stimme liegt Bedauern. Er zeigt mir auch, wie ich durch die Dörfer zum Sun-Moon-Lake gelange. Auf kleinen Strassen geht es wieder mal bergauf. Sun ist zwar 30 Jahre älter als ich, aber enorm fit. Ich bemühe mich, mitzuhalten, und widerstehe der Versuchung, mein Rad den Berg hinaufzuschieben. Der Sun-Moon-Lake ist eines der beliebtesten Reiseziele in Taiwan und die Anstrengung allemal wert. Dunst hängt über dem See. Nachdem ich mich an der Idylle sattgesehen habe, setze ich meinen Weg parallel zur Westküste entlang fort und erreiche nach ein paar Tagen Tainan.

Ich finde Unterschlupf bei der Couchsurferin Ischen, mit der ich einen Ausflug zum Nachtmarkt mache. Sie spricht zwar kein Wort Englisch, organisiert aber eine Freundin, die mich in perfektem Amerikanisch herumführt. Der bunte Markt bietet von Handyschutzhüllen, Kosmetik, Stringtangas mit Comicmotiven bis hin zu Kulinarik und Schiessbuden alles. Kaum ein Wunsch bleibt unerfüllt.

Entspannung am Strand

 

Freund und Helfer

Je weiter ich in den Süden komme, desto wärmer wird es. In der Mitte Taiwans verläuft der Wendekreis des Krebses, der das Land in einen subtropischen Norden und tropischen Süden unterteilt. Nach der kühlen Gebirgsluft nehme ich die Sonne nicht so ernst und bekomme erst mal einen gehörigen Sonnenbrand an den Beinen.

Da es nun recht warm ist, wäre ein Bad im Meer ganz angenehm. Ich frage zwei Polizisten nach dem Weg zum Strand. Da sie mir diesen auf Englisch nicht erklären können, eskortieren sie mich kurzerhand. 20 Minuten presche ich so schnell ich kann hinter ihnen her und starre ungläubig auf das Blaulicht des Polizeiwagens, das sie extra für mich eingeschaltet haben. Die Herren sorgen sogar dafür, dass ein Absperrseil entfernt wird, damit ich mit meinem Rad ganz bis zum Strand hinunterkomme und es möglichst bequem habe. Wahnsinn. Da bekommt der Begriff "die Polizei, dein Freund und Helfer" plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Minutenlang machen wir Fotos voneinander. Auch die Polizisten möchten welche haben, die sie dann zu Hause vorzeigen können. Danach gönne ich mir ein entspannendes Meeresbad.

Weiter geht es an die Südspitze der Insel, wo die Winde so stark sind, dass mein Fahrrad bei einer Pause sofort umgeweht wird. Ich beende den Rundweg mit zerzausten Haaren und fahre dann wieder ein kurzes Stück an der Westküste zurück. Schliesslich erreiche ich die Strasse, die sich auf einer Strecke von 30 ansteigenden Kilometern quer durchs Land an die Ostküste zieht. Ein Belgier, der aus der Gegenrichtung kommt, deutet mit einem Grinsen auf sein GPS-Gerät und zeigt mir, was mir bevorsteht. Na gut, auch das werde ich schaffen. Schliesslich bin ich jetzt schon seit zehn Tagen unterwegs und besser in Form als am Anfang. Glücklicherweise entpuppt sich die "Nur"-Bergaufstrecke als ein Auf und Ab. Ein gefühltes Drittel geht es hinunter. So kann ich zwischendurch immer ein wenig durchatmen und Kraft tanken.

Kurz vor meinem Übernachtungsziel am Fusse eines Berges merke ich, dass mein Hinterrad schlingert. Ich stelle fest, dass der Reifen fast platt ist. Doch die Luft entweicht nur langsam. Wenn ich ihn noch ein Mal aufpumpe, reicht es wohl bis zu meinem Ziel. Erst jetzt stelle ich fest, dass meine Pumpe kaum Luft in den Schlauch presst, da der Aufsatz nicht richtig passt. Der Fahrradgott hat auch Einsehen mit den Doofen: Nach der nächsten Kurve sehe ich eine Polizeistation - mit einem hochmodernen Kompressor. Drei Polizisten unterbrechen ihr Nichtstun und hel fen mir tatkräftig, mein Hinterrad bis zum Anschlag aufzupumpen. Ich schaffe es mit Einbruch der Dunkelheit ins Hotel.

Wieder Richtung Norden

In Taitung beschliesse ich, zwei radfreie Tage einzulegen, und fahre mit der Fähre auf die Insel Lü Dao, die unter dem englischen Namen Green Island bekannt ist. Mir ist noch kein Ort begegnet, der je einen treffenderen Namen erhalten hat. Denn Grün ist die vorherrschende Farbe. Nicht nur die Pflanzen leuchten in sattem Grün, auch die Steine sind von grünem Moos überzogen. Von der Little Great Wall habe ich eine gute Aussicht auf die Felsen "Pekinese" und "Dornröschen". Und dort sitzen auch drei Chinesen. Nicht mit dem Kontrabass, sondern mit einem iPod. Sie summen eifrig englische und spanische Songs mit, ohne sie zu verstehen - dafür mit umso mehr Begeisterung. Die Ruhe, die Gelassenheit, die sie ausstrahlen, geht auf mich über. Ich setze mich zu ihnen und träume mich fort durch die grünen Berge und an den Fantasiefiguren vorbei.

Am nächsten Tag fahre ich zurück zur Hauptinsel. Ein Fährenmitarbeiter deckt mein Rad fürsorglich mit einer Plane zu. Bei der Ankunft auf der Hauptinsel zeigt sich, wie vorausschauend diese Massnahme war. Die Gischt tropft in kleinen Rinnsalen von der Plane hinunter, aber meine Taschen sind trocken, und ich setze meinen Weg gegen Norden fort. Die Strasse von Suao nach Keelung ist wohl der schönste Teil meiner Route. Eine markante Küstenlandschaft, lange Strände und nostalgische Küstenorte schmücken die Strecke. In Suao decke ich mich auf dem Markt mit Sushi ein, die ich genüsslich an einem der vielen Strände verspeise, an denen ich vorbeikomme.

Bereits ist mein letzter Tag angebrochen, aber mich erwartet noch ein weiterer Höhepunkt: die Gesteinsformationen Yehliu. Das Zusammenspiel von Meer und Wind formte das Sedimentgestein und erschuf eine ockerfarbene Fantasiewelt: Pilze, ein Gepard, das Antlitz von Queen Elizabeth oder einen vergessenen Feenschuh. Hinter den bekannten Formationen beginnt eine ruhigere Welt. Sie ist weniger berühmt, aber nicht minder schön. Gute eineinhalb Kilometer ragt der Yehliu- Geopark ins Meer hinein. Die späte Nachmittagssonne taucht die Steine in ein warmes Licht. Für die letzten Kilometer zu meinem Ausgangspunkt Taipeh gönne ich mir eine Fahrt mit der Metro. Bei der langen Strecke, die ich zurückgelegt habe, fällt es nicht ins Gewicht, dass ich ein paar Kilometer schummle, finde ich. Denn die übervollen Strassen nach Taipeh hinein machen auch bei rücksichtsvollen Autofahrern keinen Spass. Und schon stehe ich wieder bei Willeys Fahrradvermietung. Lächelnd nimmt er meinen Drahtesel entgegen und fügt an: "I am glad you liked it!"

Infos zur Radreise in Taiwan: http://www.bike-adventure-tours.ch/bikereisen/taiwan/

Reisebericht-Autor: Julia Lövenich

Spezielle Hinweise:

Wir lassen die abwechslungsreiche Reise ins unbekannte Taiwan pausieren und geben den anderen Reisen in Südostasien den Vorzug.   

Reisedaten

Karte

Rennrad-Entdeckungsreise-Karte-Taiwan

Reiseinfo

Teilnehmerzahl

  • 10 - 15 Personen

Anmeldeschluss

  • 8 Wochen vor Abreise

Anforderungen und Strecke:

Wir sind immer auf guten, asphaltierten Strassen ohne grossen Verkehr, mit vielen Steigungen und Abfahrten unterwegs.

Die Gesamtstrecke beträgt ca. 780 km mit ca. 9100 Hm in 10 Bike-Etappen, im Schnitt pro Tag 78 km und 910 Hm.

Beratung

Nicole Jungwirth

Nicole Jungwirth

nicolebikereisen.ch

(+41) 044 761 37 65

Katalog

Katalog 2020

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