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    Mountainbike Reise durch Kolumbien

Trans-Kolumbien Reise mit Südroute und Nordroute

Reisebericht von Reiseteilnehmerin Ingeborg Meyer

Die Südroute führt von der kolumbianischen Großstadt Cali über das Kaffeeanbaugebiet Valle del Cauca in die weisse Stadt Popayan. Weiter über die Paramo-Hochebene ins historisch interessante San Agustin. Die Tatacoa Wüste ist ein weiteres Highlight auf dem Weg nach Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens. Auf der Nordroute geht’s weiter durch die Anden bis ins Outdoor-Mekka San Gil. Mit dem Boot fahren wir auf dem Rio Magdalena gegen Norden. Wir besichtigen das Kulturerbe Mompox und fahren mit den Mountainbikes auf das höchste Küstengebirge der Welt. Der faszinierende Tayrona Nationalpark und die lebendige Stadt Cartagena bilden den Abschluss der Bikereise. Ein Reisebericht von Ingeborg Meyer.

Kolumbien Südroute

Eine Reise nach Kolumbien um davon zu erzählen

Kolumbien? Da willst du hin, kann man da biken, ist das nicht zu gefährlich, ist das nicht anstrengend, willst du Drogen kaufen, gibt es da nicht Rebellen die Leute entführen? -So viele Fragen und besorgte Gesichter begegneten mir, wenn ich mein neustes Reiseziel in Südamerika nannte.

Natürlich kann man da biken - schließlich kommt Egan Bernal (Gewinner der Tour de France 2019) aus Bogota. Gefährlich fand ich es zu keiner Zeit, anstrengend war es und Drogen habe ich, außer Kaffee, keine gekauft und Rebellen sind mir auch keine begegnet. Dafür aber jede Menge nette und hilfsbereite Menschen, eine umwerfende Landschaft und ein Land in dem ich mich vom ersten Tag an wohlgefühlt habe.

Chiva - typisches Transportfahrzeug Kolumbiens

 

Aber der Reihe nach...

Bücher wie «Hundert Jahre Einsamkeit» oder die «Liebe zu Zeiten der Cholera» von Gabriel Garcia Marquez haben viele bunte Bilder in meinem Kopf entstehen lassen wie es in Kolumbien aussieht und nun war die Zeit gekommen dahin zu reisen und es in Natura zu sehen.

Natürlich wollte ich das Land mit dem Rad erkunden und auch wieder in einer Gruppe. Das interessanteste Angebot hatte Bike Adventure Tours aus der Schweiz, denn da hatte ich die einmalige Gelegenheit zwei Reisen zu kombinieren. Die Südroute von Cali bis Bogotá und als Pionierreise die Nordroute von Bogotá bis Cartagena - insgesamt 33 Tage.

Kolumbien - ein Land der Gegensätze und Vielfalt

In Kolumbien gibt es fast alles: Wüste oder Gletscher, Regenwald oder Hochgebirge, Flussdeltas oder Ackerland, drei steile Andenketten (Kordilleren), dazu das höchste Küstengebirge (Pico Cristobal Colon 5.575m) der Welt, zwei Küsten, das Karibische Meer und den Pazifischen Ozean, Kunst und Kultur, Städte und Kaffeeplantagen.

Man unterscheidet keine Jahreszeiten, sondern nur Trocken- oder Regenzeit. Regen hatten wir die ersten Tage oft und kräftig, aber später war es überwiegend trocken vor allem je weiter wir in den Norden kamen. Dort wurde es dann aber auch feucht und heiß (wie im besten Karlsruher Sommer).

Kolumbien ist dreimal so groß wie Deutschland und hat ca. 50 Millionen Einwohner, ca. 8 Mio. leben in Bogota, weitere große Städte sind Medellin, Cali, Barranquilla, Cartagena de Indias, Ibague, Manizales, Pasto, Cucuta und Bucaramanga, wobei wir nicht alle Städte gesehen haben und an einigen nur vorbeigefahren sind. Bogota ist mit 2600 m die viert höchstgelegene Hauptstadt der Welt.

Endlich geht es los...

Kaum angekommen, eine kurze Nacht gehabt und schon ging es los mit dem Radfahren. Zuerst natürlich das Verteilen und Einstellen der Mountainbikes und Vorstellen der Crew: Enrique und Silvio sind für die Bikes verantwortlich und das haben beide in den vier Wochen perfekt gemacht. Wie schön sein Bike abends abgeben zu können und am nächsten Tag waren alle Wehwehchen beseitigt und das Bike fuhr wieder.

Als «einheimischer» Guide hat uns René begleitet, ein Schweizer, der schon ewig in Kolumbien lebt. Auf der Südroute hat er uns ein paar Tage begleitet, unterstützt von seiner Tochter und die Pionierreise im Norden hat er komplett begleitet. Auf der Südroute noch James, der uns und den Kleinbus die wildesten Strecken hoch und runter gefahren hat. Dann Martina Friemel unser Bikeguide, die sich wirklich um alles gekümmert hat, von der Bestellung der Frühstückseier über die Bierversorgung zur richtigen Zeit bis zur Weitergabe ihrer Begeisterung für Kolumbien.

Erste Biketour in Cali

Zum Einrollen gibt es eine Tour ganz in der Nähe von Cali. Wir starten bei leichtem Regen, der uns den ganzen Tag mal mehr mal weniger begleiten sollte. Aber meist waren es nur kurze Schauer und immer wieder blitzte die Sonne durch die grauen Wolken. Wir fuhren durch Regenwald, der durch viele Blumen immer wieder bunte Akzente hatte, radelten vorbei an Terrassen, wo Gemüse und Obst angebaut werden. Dazwischen auch immer mal wieder kleinere Häuser - alles bunt, exotisch und spannend.

Mountainbike Reise in Kolumbien

 

Das indigen geprägte Silvia

Immer wieder starten die Biketage erst nach einer mehr oder weniger langen Busfahrt. In Silvia sehen wir das erste Mal bewusst die indigene Bevölkerung - hier die Guambianos - in ihren traditionellen Kleidern. Die indigene Bevölkerung wird auf ca. 4% und etwa 85 Völker geschätzt, die verteilt in Kolumbien leben und mehr als 60 verschiedene Sprachen sprechen.

Die weisse Stadt Popayan

In Popayan - die weiße Stadt - sind wir leider spät angekommen und früh gestartet, so konnten wir die schönen Kirchen und Plätze nur nach dem Abendessen kurz auf uns wirken lassen.

Höhepunkt auf der Paramo-Hochebene

Kaum angekommen in Kolumbien erwartet uns schon der erste Höhepunkt der Tour: Die Paramo-Hochebene. Wir erarbeiten uns die 3200 m hoch gelegene Ebene mit dem Fahrrad, wobei sich die dünnere Luft schon bemerkbar macht, das Biken steil bergauf wird deutlich anstrengender. Als Paramo bezeichnet man die alpine Stufe der feuchten Tropen, daher ist das Wachstum sehr üppig, was man an den vielen Schopfbäumen und dem Regenwald erkennt. Der Wald ist grün und undurchdringlich, bei genauerem Hinsehen erkennt man kleine Pfade und viele bunte Pflanzen. Obwohl es hier meistens regnet, hatten wir Glück mit der Sonne. Ebene heißt nicht eben, mit dem Bike ging es «ondulado» (auf und ab) einer Piste entlang. Zur Belohnung wartete eine 20 km lange Abfahrt - leider von einem kurzen aber heftigen Regenschauer begleitet.

San Agustin

Die nächsten drei Nächte verbringen wir in San Augustin. Ein sehr schönes Hotel mit einem tollen Garten lädt zum Verweilen ein. Wir starten direkt am Hotel mit den MTBs. Es geht über grüne Hügel bis hinab zum Rio Magdalena. Unterwegs besuchen wir eine Schule, die gerade ihre Schüler festlich in die Sommerferien verabschiedet. Auch nutzen wir die Gelegenheit der Verarbeitung von Zuckerrohr zuzusehen. Wir genießen die Sicht über weite grüne Hügel und freuen uns an den üppigen Blumen, die bei uns nur durch mühsame Pflege gedeihen - hier stehen sie einfach am Straßenrand. Die Tour endet am Plaza Bolivar, wo ein Schuhputzer das Geschäft seines Lebens mit uns gemacht hat. Er hat fast alle unsere Schuhe geputzt.

Präkolumbische Figuren bei San Agustin

Nun folgt ein kultureller Ruhetag und wir besuchen präkolumbische Gräber und Steinstatuen (Unesco Weltkulturerbe). Mehr als 500 monolithische Kolosse und Totems sind dort zu sehen und dienten als Verbindung zwischen den Lebenden, den Toten und ihrer Gottheiten. Die bis zu 7 m großen Figuren stehen für Götter und andere Kreaturen - Gute wie Böse. Einige stellen Schlangen, Frösche oder Greifvögel dar, ein Zeichen für Macht und Reichtum. Auch sind Krieger mit Reisszähnen und grimmigem Gesichtsausdruck dabei.

Archäologische Stätte San Agustin

 

Café Colombiano

Nach so viel Kultur folgt nun ein Ausflug in die Welt des Kaffees. Kaffee ist eine sensible Pflanze, die die Höhe liebt und neben Sonne auch gern Schatten hat, weshalb häufig Bananenpflanzen als Schattenspender gepflanzt werden. Etwa acht Jahre braucht eine Pflanze bis sie zum ersten Mal trägt, und die Ernte ist sehr mühsam. Danach beginnen verschiedene Prozesse: Trocknen, schälen, trennen, trocknen und irgendwann am Schluss werden die Bohnen geröstet. Bei dem großen Aufwand ist der Kaffeepreis bei uns zu niedrig. Der Kaffee entfaltet sein Aroma am besten, wenn er nach der guten alten Filtermethode gebrüht wird.

Die nächsten Tage sind geprägt von traumhafter Landschaft, üppigem Grün, exotischen Bäumen, vielen bunten Blumen und auch exotische Obstbäume sehen wir. Die Bergformen ändern sich je nachdem welche der Kordillerenkette wir gerade queren. Das bedeutet natürlich weiterhin viele Höhen die wir erklimmen und mit Abfahrten belohnt werden.

Begegnung mit den Kolumbianern

Immer wieder begegnen wir Menschen, die uns ansprechen und wissen wollen wie es uns in Kolumbien gefällt. Sie staunen ungläubig, dass wir ihr Land mit dem Velo bereisen und freuen sich mit uns. Die Kolumbianer machen für uns unmögliches möglich, extra ein Lokal zum Abendessen öffnen oder die Nachbarin nachts aus dem Feierabend holen um uns eine Flasche echten Rum anbieten zu können. Eine so unglaubliche Gastfreundschaft habe ich bislang nur selten erlebt.

Ruhetag in San Andres

Der nächste Ruhetag war in San Andres ein sehr kleiner Ort mitten in den Bergen gelegen und berühmt für weitere präkolumbische Gräber. Hier konnte man in die Grabkammern hinabsteigen auf abenteuerlichen Treppen. Hier war sehr interessant, dass man zuerst sitzend beerdigt wurde und durch eine Schnur an die Oberfläche wurde festgestellt, wieweit die Verwesung ist. Dann wurde man wieder ausgegraben und verbrannt und die Asche in Urnen gelagert.

Hotels und Essen in Kolumbien

Die Hotels waren sehr unterschiedlich. Jedes hatte seinen Charme, manchmal kein warmes Wasser, dafür in Rivera mit Thermalquellen, die auch extra für uns geöffnet haben und nach dem Baden ein sehr leckeres Abendessen für uns hatten. Das Essen war fleischlastig, aber es gab auch leckeren Fisch, immer Avocados und Tomaten, wenig Blattsalat, viel Obst und jede Menge Bananen. Und obwohl ich sie nicht mag, waren «Patacones» in der Pfanne gebraten sogar ganz lecker. Arepas (Maispuffer) sind eine kolumbianische Spezialität, die gab es häufig zum Frühstück und da gab es große Unterschiede. Die Vielfalt an Obst war so beeindruckend, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Die Mangos hängen an den Bäumen neben der Schnellstraße wie bei uns Äpfel. Exotische Früchte waren für mich, Gunabana, Lulo, Tomate de arbol und noch vieles mehr.

Mountainbiking in der Tatacoa Wüste

 

Landschaftliches Highlight Tatacoa Wüste

Eines der letzten landschaftlichen Highlights vor Bogota ist die Tatacoa Wüste. Der Anfang der Wüste war noch erstaunlich grün, viele Pflanzen und Blumen und natürlich riesige Kakteen, die Idee der Wüste als trockener Wald konnte man fast glauben. Aber je weiter wir in die Wüste vordrangen, um so karger wurde es und die Erosion zaubert bizarre Formen.

Stadtbesichtigung in Bogota

Und schon sind die ersten zwei Wochen vorbei - zum Abschluss geht es nach Bogota - eine Stadtbesichtigung mit Besuch des «Museo del Oro» hier ist die weltweit größte Sammlung an präkolumbischem Gold zu sehen. Zu sehen gab es feinste Goldarbeiten von hoher symbolischer und religiöser Bedeutung. Kopfschmuck, Anhänger, Masken und Figurinen zeugen von ihrer besonderen Wertschätzung des Goldes. Im Museo Botero haben wir einen Überblick über das Gesamtwerk des berühmten kolumbianischen Malers und Bildhauer Fernando Botero bekommen.

In Bogota war leider viel geschlossen und verhüllt wegen der andauernden Streiks und Proteste, auch war viel Polizei und Militär in der Stadt unterwegs. Auch der Politik und ihren Problemen begegnet man auf einer Bikereise durch Kolumbien. Bei einem Rundgang durch das Centro historico konnten wir viele Kolonialbauten, Kirchen und den Sitz der Regierung sehen. Viel Graffiti an den Hauswänden macht die schon sehr bunte Stadt noch ein bisschen bunter.

Bike Adventure Tours Reiseleiter Andi Schnelli in Kolumbien

 

Kolumbien Nordroute

Als Pioniere unterwegs von Bogota nach Cartagena

Insgesamt fünf Biker wagen neben der Südroute auch die Nordroute. Neben neun weiteren Pionieren kommt Andi Schnelli als neuer Guide hinzu und einen anderen Busfahrer haben wir auch, der dieses Mal einen großen Luxusbus für uns fährt.

Die Pionierreise fängt mit einer ungewöhnlichen Einrolletappe an. Unsere Mountainbikes sind leider in einem anderen Ort als wir. Das Zusammenführern dauert und funktioniert erst gegen Abend in Villa de Leyva. So verbringen wir viel Zeit in Guacheta auf der Plaza und fahren mit dem Bus durch traumhafte Landschaft und beobachten die Kolumbianer wie sie ihren Sonntag verbringen.

Kolonialstadt Villa de Leyva

Villa de Leyva ist eine schöne Kolonialstadt, von dem sehr großen Plaza Mayor aus, kommt man in kleine Straße mit netten Geschäften, die zum Bummeln und Shoppen verleiten.

Nach einer Tour rund um die Stadt starten wir am nächsten Tag direkt am Hotel und fahren durch Felder und Obstbäume bis Santa Sofia wo eine unglaublich große Kirche steht. Weiter geht es durch Wälder, Bananen- und Zuckerrohrplantagen «ondulado» Richtung Norden. Die Wälder werden wieder üppiger und exotischer, die Berge hügeliger und grüner, es ist eine Gegend in der viel Viehzucht betrieben wird. Auf einer landschaftlich sehr schönen Strecke sind wir mittags an Las Gachas (ein Bach) gekommen in dem man baden kann. Dort gab es lauter natürliche Pools (wie Löcher) in die man hineinrutschen konnte und wie eine Rutschbahn von Loch zu Loch plumpsen konnte. Die Übernachtung in Guadelupe war einfach, aber das Bier, dass wir zu dritt im Dorfladen getrunken haben, ein Erlebnis. Innerhalb einer halben Stunde kam gefühlt das ganze Dorf vorbei, um die biertrinkenden Touristen zu erleben.

Mountainbike Reise durch Kolumbien

 

Bike Adventure

Schon wieder ein Start direkt am Hotel mit dem Bike und nach einer morgendlichen Abfahrt ging es dann fast 900 Höhenmeter bergauf. Die tolle Landschaft und die überwältigenden Ausblicke haben von der langen Steigung abgelenkt. Das Mittagessen in Contratacion haben wir uns verdient und Sancocho - eine deftige Suppe - schmeckte jetzt besonders gut. Aber es ging immer noch weiter bergauf und die letzten 20 km habe ich mich von der Streckenbeschreibung abschrecken lassen, wobei Biken schneller und komfortabler gewesen wäre als Bus fahren. Leider sind wir sehr spät in einem sehr schönen Hotel in San Gil angekommen.

Durch die wilden Kordilleren

Für den nächsten Tag erwarten uns gleich mehrere Abenteuer. Zuerst geht es mit dem Bus in den Parque Nacional del Chicamoche. Tolle Ausblicke auf die Kordilleren - wir sind immer noch über 1000 m hoch und die Berge die wir sehen sind noch höher. Wir starten die Etappe mit einer Seilbahnfahrt. Besonders witzig ist, dass die Seilbahn auf dem Berg startet und zuerst steil ins Tal fährt bevor es auf der anderen Seite wieder hochgeht, aber so haben wir viele Höhenmeter gespart. Bis zur Mittagspause fahren wir «ondulado» eine schöne Straße entlang.

Pioniere auf dem Singletrail

Dann trennt sich die Gruppe, ein Teil fährt weiter auf Straße und Piste und wir anderen schlagen uns in die «Wildnis» und wollen einen Singletrail fahren. Es fängt gemütlich an, vorbei an Farmen mit Kühen und Hühnern. Der Einstieg in den Trail ist schon nicht leicht zu finden und wir müssen die Bikes über einen Zaun heben und uns unter diesem hindurchschlängeln. Ist der Trail dann gefunden, fängt es recht vielversprechend an, wechselt aber sehr schnell in unbefahrbar und auch nur schwer begehbar. Es handelte sich sicher um eine europäische Erstbefahrung, man konnte kaum einen Weg erkennen. Eigentlich war es unpassierbar, aber wir haben uns durchgekämpft und kamen nach einer gefühlten Ewigkeit auf eine Piste. Diese näherte sich der Zivilisation und mündete schließlich sogar in eine Asphaltstraße, wo wir nach ein paar Kilometern die anderen wieder trafen und ein wohlverdientes Bier in einer Bar getrunken haben. Die letzten Kilometer nach Bucaramanga (mehr als 1 Mio. Einwohner) fahren wir mit dem Bus. Hier ist das Hotel eher ein Resort, das Essen wirklich gut, aber mir alles viel zu nobel und sicher keine landestypische Unterkunft

Picknick beim Kolombianer

Der nächste Biketag ist kein Highlight geht es eine recht stark befahrene Asphaltstraße entlang, das einzige Highlight sind wirklich witzige Straßenschilder, die vor querenden Tieren warnen. Allerdings lernen wir dafür wieder die Gastfreundschaft der Kolumbianer kennen. Auf der Suche nach einem Schattenplatz für das Picknick am Mittag wurden wir nicht wirklich fündig, außer der Terrasse an einem kleinen Haus. Andi hat den Bewohner gefragt, ob wir bei ihm picknicken dürfen. Der hatte nichts dagegen und hat erst noch die Terrasse für uns gefegt und uns dann auch in sein Wohnzimmer gelassen, wo es durch einen Ventilator kühler war - wäre bei uns unvorstellbar. 

Bootsfahrt Rio Magdalena

 

Mit dem Boot auf dem Rio Magdalena

Nun folgt ein Highlight auf dem Rio de Magdalena. Mit dem Schnellboot 300 km in vier Stunden - eine neue Perspektive das Land vom Fluß aus zu sehen. Man sieht eine große Ebene, die Kordillerenkette ragen im Hintergrund. In El Blanco wartet eine Bar am Fluss und der Bus auf uns und es geht weiter nach Mompox.

Kulturerbe Mompox

Mompox ist eine Sumpfstadt die 1537 gegründet wurde und durch den Hafen schnell wohlhabend wurde was man an den vielen Kirchen und den hübschen Kolonialbauten erkennt. An Bedeutung verlor Mompox als der Flusslauf sich verlagerte und nicht mehr ein wichtiger Handelsweg war. Bei einer Stadtbesichtigung gab es auch noch einen kurzen Überblick über die Geschichte Kolumbiens.

Kolumbiens Geschichte

Die spanischen Konquistadoren kamen 1499 nach Kolumbien und bedeuteten den Niedergang für die indigenen Völker. Die Spanier wollten nicht missionieren, sondern wurden getrieben durch die Gier nach Reichtum und verbreiteten ihre Kultur mit Muskete und Entermesser.

Der Konflikt, der zur Unabhängigkeit von Spanien führte, fand in Kolumbien zwischen 1810 und 1819 statt. Die Bildung einer selbstbewussten Oberschicht in den Kolonien und eine Schwächung Spaniens zur Zeit Napoleons, begünstigte die Unabhängigkeitsbewegung. An deren Spitze stellte sich Simon de Bolivar und Francisco de Paula Santander. Ein Land nach dem anderen erklärte seine Unabhängigkeit. Nach zahlreichen Schlachten gelang es Kolumbien seine Unabhängigkeit zu erlangen. Bolivars Traum von einem Großkolumbien (Kolumbien, Venezuela, Ecuador und Panama) hielt nur 10 Jahre. Bolivar reiste häufig nach Mompox. Dazu sagte er: «Si a Caraacas debo la vida, a Mompox debo la gloria».

Abendstimmung auf dem Fluss

Nachmittags machten wir eine Bootstour durch die Sümpfe um exotische Tiere zu sehen. Aber leider war der Bootsführer nicht besonders einsichtig und fuhr mit großer Geschwindigkeit an den Tieren vorbei und verweilte dafür mitten auf dem Fluß. Die Landschaft und die Abendstimmung waren sehr schön. Abends haben wir eine Hausbrauerei mit sehr leckerem Bier gefunden.

Trail-Adventure in Kolumbien

 

Trail-Abenteuer im Gebirge

Die letzten Etappen der Mountainbike Reise durch Kolumbien verbringen wir in der Gegend um Minca. Nur 20 km von der Karibikküste entfernt fängt das Gebirge an. Kaffeeplantagen begleiten uns bei den Höhenmeter hinauf und dann folgt noch ein weiteres Trail-Abenteuer. Der Einstieg in den Trail war viel leichter, aber das meiste des Trails für mich unfahrbar. Wieder haben wir lange geschoben und am Ende sind wir von der Dunkelheit überrascht worden, die in Kolumbien sehr schnell einsetzt. Dämmerung gibt es kaum aufgrund der Nähe zum Äquator.

René kam uns mit einem Motorrad entgegen und versuchte uns so gut es ging die Strecke nach Minca zurück zu leuchten. Am nächsten Morgen ging es bereits um vier Uhr morgens los. Erst ein Stück mit dem Bus und dann weiter im Dunkeln eine Piste hinauf, die immer ruppiger und anstrengender wurde. Nach so vielen Biketagen hat mich dann wirklich die Lust und die Kraft verlassen. Ich war einfach nicht motiviert mich die ruppige Piste hochzukämpfen. Bin dann in den Begleitjeep gestiegen und zu dritt sind wir früher umgekehrt. Treffpunkt war auf einer Kaffeefinca, mit einer kurzen Besichtigung. Noch eine Abfahrt mit dem Mountainbike und dann kam die Karibik näher.

Centro Historico in Santa Marta

Santa Marta ist eine Kolonialstadt mit einem sehr schönen und belebten Centro historico. Viel Straßenmusik und das Leben auf der Straße macht es zu einer quirligen Stadt.

Traumstrände im Tayrona Nationalpark

Einen Wanderausflug in den Parque Nacional Natural Tayrona bringt uns an die Küste und zu unserem ersten Bad im karibischen Meer. Zu Fuß geht es auf Trails durch den Regenwald, immer wieder gibt es freie Blicke auf die Küste mit riesigen runden Steinen und Palmen. Ein paar Affen haben wir gesehen und Blattschneiderameisen. Und dann der Karibikstrand - nicht ganz menschenleer, aber es war ein Traum.

Baden in der Karibik im Tayrona Nationalpark

 

Städteperle Cartagena

Und schon sind wir Pioniere in Cartagena angekommen. Eine Stadtführung mit dem Rad am Nachmittag und dann heißt es nach vier Wochen Abschied nehmen von den Bikes, Enrique und Silvio.

Den letzten Tag verbringt ein Teil morgens auf einer wirklich einsamen Karibikinsel mit relaxen und baden und nachmittags können wir Cartagena genießen. Eine bunte Stadt mit vielen Menschen und Leben auf der Straße, viel Musik und Trubel und man kann sich einfach auf einen Platz setzen und die Menschen beobachten. Ein bisschen shoppen und Mitbringsel kaufen, u.a. eine spanische Ausgabe von Gabriel Garcia Marquez «cien años de Soledad»

Farbenfrohe Bewohner in Cartagena

 

Hasta pronto Colombia

Ein letztes gemeinsames Abendessen und dann heißt es nach 33 Tagen Abschied nehmen, von den Pionieren, von René und Andi und von einem traumhaften Land. Eine unglaubliche Vielfalt an Landschaft haben wir gesehen. Hohe Bergen und die Karibik, Sumpfgebiete und Hochebenen, wir haben eine Gastfreundschaft kennengelernt die umwerfend ist und das Land hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Reisebericht-Autorin: Reiseteilnehmerin Ingeborg Meyer

Reiseinfos Nordroute in Kolumbien: www.bike-adventure-tours.ch/bikereisen/kolumbien-nordroute/

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Spezielle Hinweise:

Bitte beachten Sie die speziellen Hinweise zur aktuellen Situation unter
 
→ Coronavirus (COVID-19)

Reisedaten

Saison 2020

12.11.20 - 28.11.20
Reise garantiert
KOLN-1/20 CHF 5550
ausgebucht
29.11.20 - 15.12.20
KOLN-2/20 CHF 5550
freie Plätze

Saison 2021

11.11.21 - 27.11.21
KOLN-1/21 Preis auf Anfrage
freie Plätze
02.12.21 - 18.12.21
KOLN-1/21 Preis auf Anfrage
freie Plätze

Karte

mountainbike-reise-kolumbien-karte

Reiseinfo

Teilnehmerzahl:

  • 10–14 Personen

Anmeldeschluss:

  • 8 Wochen vor Reisebeginn

Anforderungen & Strecke:

Die Gesamtstrecke beträgt ca. 340-410 km mit 5700-8300 Hm. Durch das Zusteigen in das Begleitfahrzeug können die Kilometerleistung und die Anzahl Höhenmeter reduziert werden. Zwei Drittel der Strecke fahren wir auf (breiten) Naturstrassen. Bei einzelnen Etappen sind auch Varianten auf Singletrails möglich.

Beratung

Martin Jost

Martin Jost

martinbikereisen.ch

(+41) 044 761 37 65

Katalog

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